Registrierungs- und Verwaltungsangelegenheiten
Als EU-Bürger benötigen Sie in den Mitgliedstaaten in der Regel keine spezielle Arbeitserlaubnis. Dies bedeutet jedoch nicht, dass Sie im Ausland keine Pflichten haben. Einige Länder verlangen eine Registrierung, einen Antrag oder eine Aufenthaltserlaubnis, wenn Sie sich länger als drei Monate dort aufhalten möchten. Zu diesen Ländern gehören unter anderem Deutschland, Frankreich, Spanien und Belgien.
Neben den Aufenthaltsformalitäten können weitere spezifische Anforderungen gelten. Ein Beispiel hierfür sind die Niederlande, wo man eine Sozialversicherungsnummer benötigt, um legal arbeiten zu dürfen. BSN (Bürgerdienstnummer). Ähnliche administrative Anforderungen können auch in anderen Ländern, wie beispielsweise Schweden, gelten.
Nützliche Informationen zu Arbeitsverpflichtungen in der EU finden Sie auch auf der Website des Europäischen Netzwerks für Arbeitsvermittlungsdienste. EURES.
Wenn Sie über eine Personalvermittlungsagentur arbeiten, übernimmt diese oft einen Teil der administrativen Aufgaben für Sie. Prüfen Sie dennoch genau, welche Leistungen die Agentur anbietet und was Sie selbst erledigen müssen. Scheuen Sie sich nicht, alle Ihre Fragen zu stellen. Ein seriöser Anbieter von Auslandsarbeit wird Ihnen transparent und offen antworten.
Steuern und Sozialbeiträge
Wo Ihr Einkommen besteuert wird, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Dazu gehören beispielsweise Ihr steuerlicher Wohnsitz, Ihr Arbeitsort, Ihr Arbeitgeber, die Art des Beschäftigungsverhältnisses und weitere Umstände. Es lässt sich nicht pauschal sagen, dass alles automatisch nur in dem Land besteuert wird, in dem Sie arbeiten, oder umgekehrt nur in der Slowakei.
Die gute Nachricht ist, dass die Slowakei Doppelbesteuerungsabkommen mit EU-Ländern abgeschlossen hat. Das bedeutet in der Praxis, dass Sie Ihre Einkünfte nicht doppelt versteuern müssen. Je nach Ihrer individuellen Situation kann es jedoch erforderlich sein, dass Sie gleichzeitig eine Steuererklärung im Ausland und in der Slowakei abgeben. Im Zweifelsfall empfehlen wir Ihnen, einen Steuerberater zu konsultieren oder sich bei Ihrer Steueragentur zu erkundigen.
In vielen Fällen ist die Abgabe einer ausländischen Steuererklärung nicht nur eine Pflicht, sondern auch ein Vorteil. Sie können Hunderte oder Tausende von Euro sparen, indem Sie sich Steuern aus dem Ausland erstatten lassen.
Bei den Sozialversicherungsbeiträgen in der EU gilt grundsätzlich, dass man nur in einem Land Beiträge zur Sozialversicherung zahlt, in der Regel in dem Land, in dem man arbeitet. Eine Ausnahme bilden beispielsweise entsandte Arbeitnehmer (Mitarbeiter, die von einem slowakischen Unternehmen entsandt werden), die im slowakischen System verbleiben können, wenn ihr Arbeitgeber ihnen ein entsprechendes Formular ausstellt. A1.
Wenn Sie vor Ihrer Abreise erwerbstätig waren, arbeitslos waren oder Ihr Studium gerade abgeschlossen haben (d. h. in einer Situation, in der Ihre Sozialversicherung von Ihrem Arbeitgeber oder dem Staat bezahlt wurde), besteht grundsätzlich keine Verpflichtung, sich bei der Sozialversicherungsagentur anzumelden.
Krankenversicherung: Sie können sie nur in einem Land haben.
Die Krankenversicherung ähnelt der Sozialversicherung. Grundsätzlich gilt, dass man nur in einem Land eine Krankenversicherung (und Beiträge zur Krankenversicherung) haben kann, die gültig ist – in der Regel in dem Land, in dem man lebt und arbeitet.
Wenn Sie ins Ausland reisen, prüfen Sie im Voraus, ob Sie sich bei Ihrer slowakischen Krankenversicherung abmelden und sich nach Ihrer Ankunft bei einem lokalen Anbieter anmelden müssen. Oftmals unterstützt Sie Ihr Arbeitgeber dabei, aber verlassen Sie sich nicht automatisch darauf.
Vergiss nicht EHIC – Europäische Krankenversicherungskarte, Diese Karte wird benötigt, um in anderen EU-Mitgliedstaaten grundlegende Gesundheitsleistungen in Anspruch nehmen zu können. Beantragen Sie die Ausstellung vor Ihrer Abreise bei Ihrer Krankenkasse.
Wussten Sie, dass Sie in den Niederlanden einen Zuschuss zur Krankenversicherung (Zorgtoeslag) erhalten können?
Wenn Sie in den Niederlanden arbeiten und die Voraussetzungen erfüllen, kann diese Zulage Ihre monatlichen Kosten erheblich reduzieren.
Sprachkenntnisse: nicht immer zwingend erforderlich, aber oft entscheidend
Die Sprache des Landes, in dem Sie arbeiten werden, zu beherrschen, ist nicht immer erforderlich. Es erleichtert Ihnen jedoch die Arbeit erheblich, zumindest einige grundlegende Redewendungen und Wörter zu kennen. Wenn nicht in der Landessprache, dann zumindest in Englisch. Gerade in Westeuropa ist Englisch in der Bevölkerung weit verbreitet.
Es gibt jedoch Berufe, in denen Fremdsprachenkenntnisse unerlässlich sind. Wenn die Arbeit die aktive Kommunikation mit Kollegen oder Kunden erfordert, sollten Sie sich vor Arbeitsantritt damit vertraut machen. Andernfalls könnte die Realität am Arbeitsplatz ganz anders aussehen als erwartet.
Einfach ausgedrückt: Ein Produktionsmitarbeiter oder Lagerarbeiter benötigt in der Regel nicht täglich fortgeschrittene Sprachkenntnisse. Im Einzelhandel, in der Gastronomie oder im Dienstleistungssektor hingegen sind Sprachkenntnisse häufig erforderlich.
Manche Arbeitgeber bieten Sprachkurse oder Lernunterstützung an, daher lohnt es sich, nachzufragen, ob dies auch für Sie möglich ist.
Lebenshaltungskosten: Legen Sie eine Reserve an, bis Sie Ihr erstes Gehalt erhalten.
Die Kosten für Essen, Transport und Dienstleistungen sind in Ländern wie Frankreich, den Niederlanden, Deutschland und der Schweiz tendenziell höher als in der Slowakei. Daher empfehlen wir Ihnen, mit einer finanziellen Reserve zu reisen, selbst wenn Ihr Arbeitgeber Ihre Unterkunft oder einen Teil der Kosten erstattet.
Bis zum ersten Gehaltseingang muss man irgendwie über die Runden kommen (sofern keine Anzahlung vereinbart wurde). Oft werden insbesondere die Kosten für Lebensmittel unterschätzt. Bei günstigeren oder bereits bezahlten Wohnungen gehören Lebensmittel neben der Unterkunft zu den größten Ausgaben und sind in vielen fortgeschrittenen EU-Ländern deutlich teurer.
Wie hoch sollte die Reserve idealerweise sein?
Es gibt keine allgemeingültige Menge, aber als sichere Grundlage empfehlen wir mindestens 1 000 €. Mit einer solchen Reserve können Sie einen normalen Start bewältigen, Sie geraten nicht unter Druck und sind auf unerwartete Ausgaben vorbereitet.
